Fortbildung "Lesestörungen" bei Prof. R. Werth (LMU-München)Ein kleiner Expertenkreis hat sich in Menden versammelt, um sich von Prof. R. Werth von der LMU-München insbesondere zum Thema LESESTÖRUNGEN auf den neuesten wissenschaftlichen Stand bringen zu lassen. Er referierte über Ursachen, Diagnose- und Therapiemöglichkeiten von Lesestörungen für betroffene Kinder und Erwachsenen.

Alle Menschen verfügen über die neuro-biologischen Voraussetzungen zum Lesen lernen. 6-10% der Menschen erlernen das Lesen jedoch nur unzureichend oder gar nicht. Diese Menschen haben eine Lesestörung (Dyslexie).

Mit der Methode von Prof. R. Werth wird zunächst die psychobiologische Ursache der Lesestörung analysiert. Im Mittelpunkt der Diagnose steht die Untersuchung der visuellen Wahrnehmungsleistungen des Betroffenen, also die Sehverarbeitung. Es wird zunächst festgestellt, wie viele Buchstaben der Betroffene simultan (gleichzeitig) erkennen kann, wie viel Zeit er dafür benötigt und ob die Blickmotorik ausreichend koordiniert ist.

Anhand dieser Daten wird eine individuelles Behandlungsprogramm per Computer zusammengestellt.

"Der Betroffene erlernt eine individuelle Lesestrategie. Er erlernt den Text in Segmente zuteilen, die nicht mehr Buchstaben enthalten, als er auf einen Blick erkennen kann. Der Blick muss so lange auf diesen verweilen, bis alle Buchstaben registriert sind. Die Augen dürfen nur so große Blicksprünge ausführen, dass ein Wortsegment sich lückenlos an das nächste anschließt, ohne dass Buchstaben übersehen werden." (aus Sonderdruck Gehirn&Geist)

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