Medizinforum „Demenz“Dr. W. Schröer, Chefarzt der Geriatrie der Sana-Kliniken, referierte am 25.11.2015 beim Medizinforum der WAZ - Duisburg zum Thema Demenz. „Ein schwieriges Thema, dem wir uns aber stellen müssen“.  

Etwa 1,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Demenz, bis 2050 werden es mit Zunahme der Alterspyramide doppelt so viele sein.
8 Prozent jünger als 80 Jahre, 20 Prozent der 80-Jährigen und 40 Prozent der 90-Jährigen sind betroffen.
Herr Dr. Schröer wies daraufhin, dass normale Altersvergesslichkeit und Symptome einer Demenz fließend sein können. Doch wenn Wesensveränderungen, Gedächtnisverluste, Veränderungen der Sprache oder die Probleme bei der Alltagsbewältigung länger als ein halbes Jahr andauern, ist es wichtig abklären zu lassen, ob eine Demenz vorliegt. Denn nur die Untersuchung kann zeigen, ob eventuell andere Ursachen, wie Gefäßveränderungen, Vitaminmangel oder Medikamente, für die bestehende Symptomatik verantwortlich sind.

Die häufigste Demenzform, die Alzheimer-Demenz, ist nicht heilbar, allerhöchstens kann man den Prozess verlangsamen. Die Hoffnungen auf eine medikamentöse Behandlung haben sich nicht erfüllt. Allerdings können Begleiterscheinungen wie Depressionen oder Aggressionen behandelt werden, wobei die Dosierung immer wieder geprüft werden muss.
Herr Dr. Schröer will vor allem Sensibilität und Verständnis für die Betroffenen wecken. “Wir müssen das krankhafte Verhalten annehmen und nicht widersprechen“, empfiehlt er. „Der Demente gibt den Ton an, denn er ist es, der uns nicht versteht“.
Doch betroffene Angehörige stehen mit der Diagnose Demenz vor einem riesigen Berg von Problemen. Das Leben hat sich und wird sich weiter wandeln. Vor allem muss man daran denken, dass die pflegenden Angehörigen auch der älteren Generation angehören. In der Vergangenheit standen Angehörige meistens alleine mit der Diagnose Demenz und ihren Folgen.

Doch die Alzheimer Gesellschaft und deren Netzwerk gegen Hilflosigkeit bietet Unterstützung.
Frau Inge Klein von der Alzheimer Gesellschaft und Seniorenberaterin bei der AWO informierte über die vielfältigen Anlaufstellen, Beratung- und Schulungsmöglichkeiten sowie Betreuungsangebote bei Demenz, für Erkrankte ebenso wie für Angehörige.
„Das Angebot in Duisburg ist groß. Wir sind gut vernetzt“, erklärte Frau Klein. Sie rät, frühzeitig Entlastungsangebote anzunehmen. Warten sie nicht, bis Ihnen alles über den Kopf wächst.“
Ziel ist es Demenzerkrankte so lange wir möglich ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

 

Es gibt drei Anlaufstellen „Forum Demenz“ in Duisburg, die kostenlos beraten und Hilfestellungen geben. Wegweiser ist auch die Broschüre „Älter werden in Duisburg“ und die Seniorenberatungsstellen. Die Alzheimergesellschaft bietet Gesprächskreise und Kurse für die pflegenden Angehörigen an, denn von 7500 Demenzkranken in Duisburg werden zwei Drittel zu Hause betreut und gepflegt. Es gibt Betreuungssafes, stundenweise Angebote, wie die Betreuung über Alltagsbegleiter oder auch die Möglichkeit der Tagespflege, die Erkrankte betreuen. Beratungen sind immer kostenlos, Betreuungsangebote sind teilweise über die Krankenkassen und Pflegestufen-Zahlungen abgedeckt.
Um Demenzerkrankten so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, um das Zusammenleben mit den Angehörigen zu unterstützen, Abbauprozesse zu verlangsamen, sind Therapien wie Ergo- und Sprachtherapie notwendig.